Die EVO „Deluxe“ wird wie ihre noch etwas üppiger ausgestattete Schwester, die „Premium“, in der Tschechischen Republik von Hand gefertigt.
Warum in Tschechien? Weil dort die durchschnittlichen Stundenlöhne nur die Hälfte dessen erreichen, was mittlerweile in Korea bezahlt wird (Stand 2003). Außerdem gibt es dort eine jahrhunderte alte Instrumentenbau-Tradition.
Einige Informationen zur Firma Dean-Guitars und den Seriennummern finden sich auf der Seite der günstigen kleinen Schwester, Dean EVO „Special“.
Beim Bau der EVO „Deluxe“ wie auch der „Premium“ wird bestes Material verwandt. Das bezieht sich auf die Hölzer wie auch die Hardware.
Die EVO „Special“ wie auch die hier besprochene „Deluxe“ lassen sich auf den ersten Blick der selben Modellreihe zuordnen.
Ich habe die EVO „Deluxe“ wie auch die „EVO Special“ online in den Staaten gebraucht gekauft. Dazu später mehr. Die Gitarren, vor allem die „Deluxe“, sind bei uns kaum zu bekommen. Ausgesucht schöne Exemplare sind hierzulande erst Recht Raritäten, was noch mehr für das Topmodell, die „Premium“, gilt. Paradox, liegt doch Tschechischen hier quasi um die Ecke.
Die „Deluxe“ klingt trocken gespielt einfach großartig! Ein reicher, voller und trotzdem facettenreicher Ton löst sich da von den Saiten. Da sind auch reichlich Bässe vorhanden, und trotzdem klingt sie dabei immer offen und frisch - mit einem Ton, der bis übermorgen steht.
Gitarristen, die eine wirklich guten Les Paul Standard-Sound suchen, werden hier voll bedient. Obwohl - einem Bekannten war der Klang nicht weich genug. Will sagen: sie ist sehr present — Effekt: unsauberes Spiel auch gnadenlos als solches offenzulegen.
Wie schon erwähnt, habe ich die beiden Dean EVOs 2003 per ebay in den Staaten von Privat gekauft. Und hatte das Glück, es dabei mit fairen Partnern zu tun zu haben. Es wäre ein leichtes gewesen, das Geld einzustreichen und sich einfach nicht mehr zu rühren.
Der günstige Dollarkurs und die Geringschätzung sogenannter Importgitarren in den USA ließen das Unterfangen sehr attraktiv erscheinen - trotz der hohen Versandkosten.
Gerade der für die „Deluxe“ zu bezahlende Preis kann nur als lächerlich bezeichnet werden - jede neue Korea- oder Chinamade Equiphone, Ibanez AR oder eines der Budget-Modelle von Gibson etwa ist deutlich teurer.
Die Ernüchterung kam dann mit vier wöchiger Verspätung, als nämlich die Zoll- und Steuerforderungen der Zollbehörde eingingen - alles in allem etwa 1/3 des Kaufpreises (ohne Fracht).
Unterm Strich war der zu zahlende Betrag immer noch in Ordnung - beide Gitarren waren den Preis in jedem Fall wert. Nur das vermeindliche Superschnäppchen entpuppte sich dann plötzlich nur noch als „preiswert“.
Da die EVO „Deluxe“ auch hierzulande eher ein Außenseiter ist, dürfte der dafür auf zu bringende Betrag eher im unteren Bereich angesiedelt sein. Selbst wenn man dann noch Austausch-Pickups einrechnet, sollte die Gitarre auf keinen Fall teurer kommen als etwa eine Les Paul-Kopie von Epiphone - nur daß man statt dessen ein wirklich hochwertiges Instrument in Händen halten wird.
© Bodo Burtscher

Der etwas übertrieben wirkende Schwung scheint der Konfliktvermeidung mit Gibsons Anwälten geschuldet zu sein
Gut, die Poroportionen wirken nicht so ausgewogen wie beim Original - das Resultat ist aber ergonomisch gelungen.
Links die EVO „Special“, rechts die EVO „Deluxe“.

Vorne die „Deluxe“, hinten die „EVO Special“.


Die Headstock-Rückseite der „Deluxe“ - der Kopfplatten-Übergang ist nicht verstärkt

Eine wirklich beeindruckend dreidimensonal wirkende Riegelahorndecke in AAA-Grade Qualität.