Zuerst einmal: das Herkunftsland bzw. Herstellungsland sagt erst einmal nichts über die Qualität eines Instrumentes aus.
Diese hängt zuallererst von den Budget- und Qualitätsvorgaben des Auftraggebers ab.
Selbstverständlich sind gehobene und damit strenge Qualitätsvorgaben bei einem mickrigen Budget unrealistisch.
Dean Zelinsky begang im Alter von 17 Jahren mit dem Bau von Gitarren. Über die Qualität der Instrumente bestand aber damals schon kein Zweifel, bei traditionellen Spielern stieß aber die doch recht eigenwillige Formgebung der (großen) Kopfplatte auf Ablehnung (ein nach oben offenes V). Dies war vermutlich der Grund, warum Dean-Gitarren trotz konservativer Bauweise zuerst bei der Heavy-Fraktion landen konnten (die ersten vorgestellten Formen „Explorer “ und „Flying V“ taten wohl ein übriges).
Kansas, The Doobie Brothers, the Cars, ZZ Top (Flokati-Explorer) oder in neuerer Zeit Dimebag Darrel († 08.12.2004) etwa zählen zu den bekanntesten Nutzern.
In den späten 80ern und frühen 90ern war Dean Guitars im Besitz von Oscar Medeiros. Armadillo Enterprises übernahm die Firma dann in den späten 90ern und holte den Firmengründer wieder ins Boot.
Dean bietet zur Zeit (2003/2005) ein breites Spektum an Modellen an, und läßt in den USA, in Korea, China und in Europa (Tschechische Republik - Handarbeit!) fertigen.
Auch die EVO's werden in einem breiten Spektrum offeriert, von der Low-Budget-Ausführung EVO X (mit Basswood - also Pappel - Korpus) zu den von Hand gefertigten EVO „Deluxe“ und State-of-the-Art Modell EVO „Premium“.
Die EVO „Special“ markiert hier die wirklich erschwingliche untere Mittelklasse. Der Name EVO leitet sich ab von „Evolved from Vintage Origins“, und das darf man durchaus wörtlich nehmen. Die bewährte und geliebten Konstruktionsmerkmale der Gibson „Les Paul“ werden mit zeitgemäßen ergonomischen Gestaltungsmerkmalen kombiniert. Somit ergibt sich unter Wahrung der gesuchten und gewünschten Qualitäten beim Klangverhalten, aber auch in der Optik, ein stark verbessertes Handling.
Auch trocken gespielt verfügt die Gitarre über reichlich Schub. Es sind aber mehr Tiefmitten als richtig echte Bässe da. Dieser Badboy hat es faustdick hinter den Ohren.
Die Gitarre produziert einen Ton, der Sekundenbruchteile nach dem Anschlagsknack anschwillt und ungemein lange ausklingt, und das auch in den hohen Lagen.
Der Klang tendiert aber eindeutig in Richtung „pappig“, und das wird sich auch mit einem Tonabnehmerwechsel nicht ändern lassen. Auch die Singlecoil-Sounds sind brauchbar! Die Verzerrungsintensität läßt sich sehr fein mit einem Rolloff des Volumpotis dosieren - Schön.
Filigrane Sachen sind wie schon ausgeführt nicht so ihr Ding - Spielfehler werden dadurch aber auch eher verziehen.
In den USA hergestellte Dean's weisen eine siebenstellige Seriennummer auf, die beiden ersten Ziffern geben das Produktionsjahr an.
Diese Jahreskennung findet sich nicht an den außerhalb der USA produzierten Gitarren. Eine Datierung ist in diesem Fall über die Ausstattungs-Features möglich.
© Bodo Burtscher

Deans Interpretation des Themas „Les Paul“ - „Singlecut“.
Die EVO ist aber zu eigenständig, um als schnöde Les Paul-Kopie abgetan zu werden. Oder wer würde eine PRS Singlecut als Les Paul-Kopie bezeichnen (Nachtrag: Gibson hat das nun getan - Lawsuit März 2004).
Die Gitarre hängt man sich um, und wie von selbst balanciert sie sich in der „richtige“ Spielposition ein.
Sie ist außerdem die leichteste Solidbody, die ich jemals umhängen hatte.
Bequemes Erreichen der höheren Lagen bei einer Single Cut Konstruktion.
Auch sonst ist die Bespielbarkeit wirklich erstklassig (den mangelhaften Steg mal außen vor gelassen).
Solch großzügigen Kabelschachtfräsungen findet man auch bei den teuren Relic-Instrumenten aus dem Gibson Custom-Shop.
Resultat: sie wirken wie Tonkammern; schöne harmonische Rückkoppelungen schon bei moderaten Lautstärken.

Von BC-Rich wurden die Tonabnehmer bezogen - die bevorzugte Gangart ist damit auch schon klar!
Die Tonabnehmer liefern reichlich Strom (hohe Ausgangsleistung). Selbst gesplittet und als Single-Coil betrieben steuern sie einen simplen Röhrenverstärker satt an, so das dieser schön aufmacht.
Wie schon bei der Ibanez Artist AR700 habe ich zu Feile und Säge gegriffen, um dem Instrument einen hochwertigeren Sattel zu verpassen.
Auch diese Dean hatte ich in den USA ersteigert. Weiter ausgeführt ist die ganze Geschichte auf der Seite der EVO „Deluxe“.