Foto der Ibanez AR300 Reissue, Totale

So gravitätisch sie auf dem Foto wirkt, so fühlt sich diese AR300 Reissue auch am Gurt an - sie ist höllisch schwer.

Und das, obwohl das hauptsächlich verwandte Holz einen recht porösen Charakter zeigt - Schrauben sollte man nicht zu oft raus und rein drehen.

Eine leichte Kopflastigkeit macht sie auf Dauer auch nicht tragbarer.

Dieses Schicksal (Übergewicht) teilt sie aber mit vielen deckend lackierten Gitarren - es ist ja auch naheliegend, das für diese Modelle weniger hochwertige Hölzer verwendet werden. Unpäßlichkeiten lassen sich aufs einfachste mit Spachtelmasse ausgleichen.

Man ließt ja oft die gerne strapazierte Analogie, das großes Gewicht ein Garant für ein ausgeprägtes Sustain sein soll - das kann stimmen, hängt aber auch davon ab, woher das Gewicht rührt.

Interessantes Detail am Rande: Im Elektronik-Fach sind Fräßungen für die Tri-Sound-Switches an der Decke vorgenommen worden, um diese etwas auszudünnen, so daß die Gewinde der Schalter auch bis zur Oberseite der Decke durch reichen. Diese Fräßungen sind auch in der AR700 Artist zu finden (ohne dort einen bestimmten Zweck zu erfüllen, in der Massenfertigung wird wohl für diesen Schritt ein einheitliches CNC-Programm durchlaufen).

Nahaufnahme des Bodies, Steg, Seitenhalter, Switches

Korpus aus einem mahagoni-ähnlichem Holz (was gut zu erkennen war nach Herausnehmen der Tonabnehmer).

Auch war die Abstufung zur Decke sehr schön zu sehen - ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber Ahorn scheint mir unwahrscheinlich (zu weich, Ahorn ist wohl zu teuer?!), es könnte sich um Sycamore oder auch Birke handeln.

Es ist einfach schwer zu sagen, da so gut wie keine Stelle gibt, an der eine Holz-Masserung zu erkennen wäre.

Die Lackierung ist im übrigen sehr widerstandsfähig, ich tippe auf eine Polyesterlackierung.

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