Belohnungsaufschub

[engl.] delay of gratifikation


W
as in der älteren Psychologie und Pädagogik als innere Willenshaltung oder Willensstärke ein wichtiges Erziehungsziel war, ist besonders seit 1965 von Bandura u. Mischel unter der Bezeichnung Belohnungsaufschub systematisch untersucht worden.

Im Versuchsplan zum Belohnungsaufschub werden meist Kinder vor die Wahl gestellt, entweder ein kleineres Geschenk sofort oder ein Größeres später zu bekommen.

Bedingungen für den Belohnungsaufschub sind in solchen Versuchen:

  • Alter und Geschlecht der Kinder
  • Geschlecht des Vl
  • die Bewertung der in Aussicht gestellten Güter durch das Kind
  • die Folgen des Nichtwartens
  • Vorbilder in Aufschubsituationen
  • frühere Erfahrungen mit dem Vl
  • und besonders das Vertrauen in die tatsächliche Gewährung der zu erwartenden zukünftigen Belohnung

Nach Auffassung der Verhaltenstheoretiker ist Belohnungsaufschub erlernbar, kaum abhängig von Persönlichkeitsmerkmalen wie z.B. „Ichstärke“, „Willensstärke“ oder „asketischer Haltung“.


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