idaktik befasst sich mit Theorien des Unterrichts im weitesten Sinn. Gemeinsames
Ziel der einzelnen didaktischen Ansätze ist es – bei unterschiedlicher
Gewichtung – das Gesamt der den Unterricht bedingenden Faktoren zu ermitteln
und das Interdependenzverhältnis zu berücksichtigen.
Ansätze der Didaktik:
- Die bildungstheoretische Didaktik (Wolfgang Klafki) legt
den Schwerpunkt auf die Begründung und Auswahl der Bildungsinhalte
unter Vernachlässigung der Methode, sprich:
Welche Wissensbestände genügen dem doppelten Kriterium,
der Überlieferung durch die Schule wert (weil sie Wesentliches
enthalten, sprich bestimmten Wissensbeständen die Qualität
Bildungsgehalt zu haben, quasi überzeitlich zukommt [materiale
Bildungstheorie]) zu sein und der Entwicklung der Lernenden
förderlich (wenn sie das Wissen bis zum Wesentlichen durchdringen, wenn sie also einen Gegenstand wirklich erfassen können, also ausgehend von den Lernmöglichkeiten bestimmter Schüler [formale Bildungstheorie]) zu sein? (Jürgen
Diederich);
die kybernetische Didaktik (v. Cube, Frank) befaßt sich ausschliesslich mit der Frage der Vermittlung vorgegebener Inhalte;
die lehrtheoretische Didaktik (Wolfgang Schulz / Paul Heimann) betont das Gleichgewicht und die Interdependenz aller am Unterricht beteiligten Faktoren und hebt zwei Bedingungsfelder (soziokulturelle und anthropogene Voraussetzungen des Unterrichts) und vier Entscheidungsfelder (Intentionen des Unterrichts, Wahl der Inhalte, der Methoden und der Medien) innerhalb der Unterricht konstituierenden Faktoren heraus;
die dialektisch orientierte Didaktik (Lothar Klingberg, Edgar Rausch) ist die Theorie des Unterrichts, die anhand der dialektischen Grundrelation von Lehren und Lernen die allgemeinen Gesetzmässigkeiten des Unterrichts herausarbeitet;
im lernzielorientierten Unterricht (Robert Mager, Benjamin Bloom) ist die Didaktik die Theorie der Optimierung von Lernprozessen: „eine Wissenschaft, die Verfahren der Lernplanung, Lernorganisation und Lernkontrolle sowie deren Effekte untersucht“ (B. Möller);
für den erfahrungsbezogenen Unterricht (Horst Rumpf, Jngo Scheller) gibt es explizit keine Definition, implizit ist erfahrungsbezogenes Lernen aber immer politisches Lernen;
für den offenen Unterricht existiert keine explizite Didaktikdefinition;
ebenso wie für den handlungsorientierten Unterricht (Herbert Gudjons, Manfred Bönsch) keine wissenschaftstheoretisch eigenständige Definition exisiert. Anlehnungen sind bei der bildungstheoretischen Didaktik und bei der dialektisch orientierten Didaktik zu finden.
Diese Ansätze stützen sich u. a. auf Theorien und Ergebnisse der Lernpsychologie und der Entwicklungspsychologie.
Blankertz 1973, Nipkow 1968
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